Meine Mutter meinte einmal "Ja, weisst Du das denn garnicht? Cremesuppen immer schlagen, dann werden die samtig. Die werden zur Samtsuppe geadelt"
Ich bin ihr ewig dankbar und froh über ihren Hinweis. Ohne wäre mir eine besondere Suppenkategorie ewig unbekannt geblieben.
Ich erkläre es Dir so gern:
Eine klassische Cremesuppe hat, wie auch immer cremig gemacht, eine leicht hubbelige oder leicht griesige Oberfläche. Das macht nichts, sie wird schon gut schmecken. Sie erinnert oft an etwas verdünnte Fläschchen-Babynahrung von Hipp. Daran ist nichts falsch. Sie bleibt jedoch unter ihren Möglichkeiten. Solche Cremesuppe kann verwandelt werden in eine cremige Samtsuppe. Die Konsistenz wird feiner, unnachahmlich. Die Tönung ansprechender und das Aroma wird gespreizt, also breiter, reichhaltiger. Die Aromen tanzen auf der Zunge. Man kann das beim Zubereiten schmecken. Oft wird hier final abgeschmeckt, nachgewürzt, der Suppe wird nochmal ein Schlenker in die richtige Richtung gegeben. Ein Tick Süße, etwas mehr Muskat oder Bunter Pfeffer? Meist muss nichts mehr gemacht werden. Nun können zurückgehaltene, und durch ein Sieb aufgefangene, festere Bestandteile wieder hinzugegeben und untergehoben werden.
Geschlagen wird mit dem Schneebesen nicht unter 5 Minuten. Ein Mixer kann es auch tun, jedoch muss die Geschwindigkeit so gewählt werden, dass es nur so schlackert. Man hört das. Beim Thermomix ist es die Stellung 4-4,5.
Es lohnt sich sehr, sich auf das Thema Samtsuppe einzulassen. Es ist eine ganz andere Ebene, auf der man sich hier bewegt. Das wusste man schon bei Hofe, kennt es aus Sterne-Restaurants und von guten Hotels.
Hinweis: "Samtig" ist die Oberfläche der Suppe, pustet man drauf, zieht sie sich eine dünne Haut etwas zusammen und dehnt sich dann wieder aus. Auch ein Qualitätsmerkmal. Jetzt weisst Du das Geheimnis.
Guten Appetit...
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